Erfolgsstories

Postcon Gruppe

Im Rahmen eines Konzern-Carve-Outs trennte sich die börsennotierte, niederländische PostNL 2019 von ihrem gesamten Deutschlandgeschäft und verkaufte 100% ihrer Anteile an der Postcon Gruppe an die Quantum Group. Tätig in der Postabholung, -sortierung, -logistik und -zustellung war die Postcon Gruppe mit Hauptsitz in Ratingen zu diesem Zeitpunkt Deutschlands zweitgrößter Briefdienstleister nach der Deutschen Post.

Während des mehr als 15 Jahre andauernden Engagements der niederländischen PostNL im deutschen Briefmarkt war es nicht gelungen, das Geschäft nachhaltig profitabel zu gestalten. Dieser Umstand zusammen mit der Entscheidung, sich zukünftig auf die BeNeLux-Staaten zu konzentrieren, führte letztendlich zur Verabschiedung aus dem deutschen Markt und damit zum Verkauf der Postcon Gruppe.

Quantum identifizierte Wachstums- und Wertsteigerungspotenziale der Gruppe, die aus acht operativen Gesellschaften bestand und deutschlandweit an 18 Standorten und mehr als 100 Briefdepots ca. 3.500 Mitarbeiter beschäftigte. Die Konzernstruktur der Postcon Gruppe wurde im Rahmen einer durch Quantum begleiteten Restrukturierung vollständig aufgelöst. Nach Identifizierung von vier Kerngeschäftsfeldern wurden diese in eigenständige, mittelständisch geprägte Einzelunternehmen transferiert, wodurch sämtliche ineffiziente Konzernprozesse aufgelöst und die zuvor unübersichtlichen Gruppenstrukturen deutlich vereinfacht wurden.

Somit konnte die Postcon Gruppe zum einen nach der Restrukturierung (und der Etablierung der vier beschriebenen Gesellschaften) deutlich agiler und effizienter gesteuert werden, und zum anderen konnten erhebliche Kostensenkungspotenziale vollständig gehoben werden.

  • Situation vor der Übernahme: Ineffiziente Konzernunternehmensstruktur mit acht operativen Gesellschaften und signifikanten Verlusten auf Gruppenebene
  • Wichtige Maßnahmen nach der Übernahme: Neuaufstellung der Gruppe in wenigen, eigenständigen Unternehmen, mit Fokussierung auf das jeweilige Kerngeschäftsfeld
  • Situation beim Verkauf: Deutliche Verbesserung von Effizienz und Rentabilität der einzelnen Gesellschaften. Verkauf der vier eigenständigen Gesellschaften in vier unabhängigen Verkaufsprozessen

Ausgangssituation vor der Übernahme

Die Postcon Gruppe litt unter der trägen Konzernstruktur, die in den Jahren unter PostNL entstanden war. Ein großer Verwaltungsapparat in der Konzernzentrale in Ratingen und komplizierte Gesellschaftsstrukturen mit diversen Inhouse-Servicegesellschaften führten zu Ineffizienzen und hohen Kosten auf sämtlichen Ebenen. Sowohl Umsatz als auch Profitabilität sanken in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich.

  • Umsatz 2018: EUR 520 Mio.
  • EBIT 2018: EUR (17,5) Mio.

Lösungsansatz: Maßnahmen nach der Übernahme

Im Zuge der Transaktion („Asset Deal“) wurde die bestehende Gruppenstruktur aufgelöst und vier neue Gesellschaften für die jeweiligen Kerngeschäftsfelder gegründet:

  • PIN Mail AG – Last Mile Zustellung in Berlin
  • Postcon NRW GmbH – Last Mile Zustellung in Nordrhein-Westfalen
  • Postcon National GmbH – B2B Full-Service-Postdienstleistung für Großkunden
  • Postcon Konsolidierungs GmbH – Briefkonsolidierung (für Portoersparnisse)

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Neuaufstellung der Gruppe in wenigen, eigenständigen Unternehmen

Direkt nach der Übernahme fand Quantum in einem Konsortium um die Dieter von Holtzbrinck Vermögensbeteiligung einen passenden, strategischen Käufer für die PIN Mail AG – das profitable und über viele Jahre etablierte Last Mile Geschäft in Berlin. Somit lag das Hauptaugenmerk auf der Neuausrichtung und Weiterentwicklung der drei verbliebenen Postcon Kerngesellschaften. Um die Unternehmen erfolgreich umzuformen und nachhaltig am Markt zu positionieren, wurden unter anderem folgende Maßnahmen ergriffen:

  • Platzierung eines PE-erfahrenen Restrukturierungs- und Industrieexperten als Interim-Geschäftsführer auf übergeordneter Gruppenebene, um die Restrukturierung zu leiten und die strategische Neuausrichtung zu koordinieren
  • Implementierung von vertikalen Organisationsstrukturen und Geschäftsführern mit vollumfänglicher Verantwortung für das jeweilige Unternehmen
  • Vollständige Abschaffung der zuvor konzerntypischen, horizontalen Organisations- und Führungsstrukturen (Konzern- „Sales“, „Operations“, „HR“, „IT“, „Finance“ usw.)
  • Vollständiger Verzicht auf Konzernabteilungen, welche klassischerweise in mittelständischen Unternehmen eher selten vorhanden sind, wie z. B. „Recht“, „PR“ und Verbandsarbeit
  • Aufbau eigenständiger Vertriebsorganisationen für jede der drei Gesellschaften, ebenso eigenständige Finanz- und Controlling-Abteilungen
  • Carve-out aus der ehemaligen PostNL-Konzern IT und damit Einführung von drei unabhängigen, modernen, Cloud-basierten IT-Systemen, verbunden mit erheblichen Kosteneinsparungen
  • Sanierung der Postcon NRW durch ein umfangreiches Sanierungsprogramm, u. a. durch Effizienzsteigerungen in der Zustellung, Verschlankung sämtlicher Prozesse und Gewinnung neuer, strategischer Partner
  • Neuaufstellung des Großkundengeschäfts bei der Postcon National, u. a. durch Konzentration auf ein großes, modernes Sortierzentrum und Schließung kleinerer, weniger effizienter Standorte
  • „Wiederbelebung“ des Konsolidierungsgeschäfts („Teilleistungsrabatte“) in der Postcon Konsolidierungs GmbH als eigenständige Einheit verbunden mit Investitionen in modernste Sortiermaschinentechnik und IT

Abschluss der Neuausrichtung im geplanten Zeitrahmen

Von 19 Teilprojekten, welche im Rahmen der Restrukturierung Anfang 2020 gestartet und unter professionellem Projekt- und Programmanagement gesteuert wurden, konnten 18 Teilprojekte für die Neuausrichtung der Postcon Gruppe im Juni 2020 – acht Monate nach der Übernahme durch Quantum – erfolgreich abgeschlossen werden. Zielstrukturen der drei eigenständigen Postcon-Gesellschaften wurden finalisiert und Prozesse wie z.B. Vertriebssteuerung, Buchhaltung, Controlling, HR-, Kunden- und Qualitätsmanagement wurden in den jeweiligen Gesellschaften eigenständig aufgebaut und stabil etabliert.

Preisattraktiver, professioneller Spezialist und Lösungsanbieter für Geschäftspost

Als Spezialist für Geschäftspost sorgten die Gesellschaften des zweitgrößten Briefdienstleisters Deutschlands zuverlässig für die kostengünstige Zustellung von über einer Milliarde Briefsendungen pro Jahr, vom Geschäftsbrief über Kataloge und Mailings bis zur briefkastenfähigen Warensendung. Geschäftskunden, Druckdienstleister und der öffentliche Sektor profitierten von hoher Beratungskompetenz, ganzheitlichen Lösungen und maßgeschneiderten, preisattraktiven Produkten.

Rentabilitätsanstieg durch Aufbau und Etablierung digitaler Prozesse

Situation beim Verkauf

Alle drei Gesellschaften der Postcon Gruppe verbesserten durch die oben erwähnten Maßnahmen ihre Wettbewerbsfähigkeit bereits innerhalb des ersten Jahres nach Übernahme deutlich:

  • Positionierung als eigenständige, mittelständisch geprägte Unternehmen im Markt
  • Effizienzsteigerungen durch Fokussierung auf Kerngeschäftsfelder
  • Deutlicher Rentabilitätsanstieg in allen Gesellschaften

Im Dezember 2020 verkaufte Quantum 100% der Postcon National (heute "dvs - Deutscher Versand Service") an die Frankfurter Investmentgesellschaft Tempus Capital, die im Juli 2021 ebenfalls 100% der Postcon NRW übernahm. Im November 2021 veräußerte Quantum die letzte Postcon Gesellschaft, die Postcon Konsolidierungs GmbH, vollständig an eine private Investorengruppe.

Somit resultierten aus einer Übernahmetransaktion durch Quantum von PostNL nach erfolgreicher, nachhaltiger Restrukturierung, verbunden mit der Abschaffung sämtlicher Konzernstrukturen und Neuaufstellung in unabhängigen Kerngeschäftsfeldern nach ca. zwei Jahren vier Verkäufe („Exits“) zum Nutzen sämtlicher Stakeholder.


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